Mach keine Fisimatenten

Mach keine Fisimatenten

Mach‘ keine Fisimatenten.

Bedeutung

  • Hör auf mit den blöden Ausflüchten
  • Mach nicht immer so unsinnige oder nichtige Einwände.
  • Hör auf, mir ständig künstliche Probleme zu bereiten.

Herkunft der Redensart

Deutschland, wahrscheinlich Berlin

Hintergrund dieser Redensart

Es gibt verschiedene Erklärungsmöglichkeiten dafür, wie die Redensart Fisimatenten machen entstanden ist.

Die erste Möglichkeit führt Fisimatenten auf das griechische Wort physema für Aufgeblasenheit zurück. Dies wurde dann so verballhornt, daß die Ähnlichkeit kaum noch zu erkennen ist.

Die zweite Erklärung führt die Herkunft der Fisimatenten auf das Wappenmaler-Jargon zurück. Im Krüger-Lorenzen liest man dazu

…aus der Geschichte vom alten Wappenmaler, der mit den Fremdwörtern auf Kriegsfuß stand. Als er einen Lehrbuben ermahnte, sein Augenmerk mehr auf Schild und Helm zu legen und nicht so sehr auf den Zierrat, die sogenannten Visamente zu richten, rief er: „Mach doch nicht dauernd solche Fisimatenten!“ und dieser Ausdruck hielt sich bis heute.

Vielleicht wären die Fisimatenten aber im Laufe der Zeit verloren gegangen, wenn sie nicht durch zwei französische Redewendungen im 19. Jahrhundert wieder aufgeblüht wären. Zu dieser Zeit führte Deutschland mit Frankreich fast pausenlos Krieg. Mal war das eine Land besetzt, dann wieder das andere. In einem Berliner Kriegsgefangenlager soll es Usus gewesen sein, daß französische Kriegsgefangene Ausgang erhalten haben sollen, wenn sie als Grund Visiter ma tante (Besuch bei der Tante) angegeben haben. Das verballhornte der Berliner dann zu Fisimatenten.

Eine andere, sehr lustige Erklärung, die auch gern von alten Deutsch-Lehrerinnen herangezogen wird, ist die folgende: Die Franzosen sind, wie man ja weiß 😉 , Schürzenjäger und so stellten sie, als sie mal wieder Deutschland besetzten auch gern den hübschen deutschen Mädchen nach. Dabei gingen sie nicht so plumb wie in unserem Jahrhundert vor. Sie fragten als nicht Voulez-vous coucher avec moi (Wollen Sie mit mir schlafen?), sondern baten ganz unscheinbar Visitez ma tente (Besuchen Sie mich einmal in meinem Zelt). Auf deutsch klang das wie Fisimatenten. Natürlich wollten die französischen Soldaten auch im 19. Jahrhunderts nichts anderes als heute. Das gefiel den deutschen Müttern natürlich überhaupt nicht, so daß sie ihren Töchtern , wenn sie zum Techtelmechtel mit dem französischen Soldaten aufbrachen, hinterherbrüllten Mach mir keine Fisimatenten!

Diese Erklärung ist zwar sehr lustig, unter Sprachwissenschaftlern aber sehr umstritten. Eine letzte Erklärung für diese Redensart konnte ich noch finden, die die Entstehung von Fisimatenten ins 15. Jahrhundert verlegt. Zu dieser Zeit nannte man ein umständlich zu erlangendes Patent visae patentes literae, kurz visepatentes. Da der durchschnittliche Bürger kein Latein konnte, machte er daraus Fisimatenten.

Eine weitere Erklärung, auf die mich ein Leser aufmerksam gemacht hat, stammt aus dem Ruhrgebiet: Mach keine Fisimatenten“ stammt möglicherweise nicht aus Berlin sondern aus dem Ruhrgebiet und ist in der Zeit der französischen Besetzung nach dem Ersten Weltkrieg entstanden. Z.B. durften die Bewohner aus Hattingen an der Ruhr nicht ohne Gesehmigung der Franzosen ins benachbarte Bochum reise, es sei denn sie hatten einen wichtigen Grund. Der lautete immer „Visité ma tante“ und war natürlich erfunden. Daraus soll später der Aus- druck Fisimatenten entstanden sein.

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3 Kommentare für “Mach keine Fisimatenten”

  1. Ich habe mal gehört, dass dieser Ausdruck aus der Zeit der Napoleonischen Kriege stammt, als französische Soldaten z.B. in Mainz waren. Es kommt nach dieser Erklärung von dem französischen ‚visiter ma tente‘, d.h. dass die Mädchen nicht in die Zelte der französischen Soldaten gehen sollten.

  2. … klar aus´m Französischem. In Berlin, bevor die elenden Touristen kamen war das gang und gebe. Aber wir haben ja jetzt als Ausgleich die Porno Schwaben. — Eine widerliche Rasse. Geld – Geld – Geld. Fliehen aus ihrem Muff — und wollen hier den gleichen Dreck installiren — wir waren schon immer gut im Kampf. Kreuzberg wird leben – nie untergehen.

    Gegen die Schwaben.

    … auf, auf zum Kampf………. zum Kampf sind wir gebohren.

    Lied…… mach mal eine/r das hier an die Zeilen dran. Danke Gernot

  3. In Norddeutschland bedeutet „Mache mir keine Fisimatenten“ aber eher so etwas wie „Mache keinen Unsinn“ oder „Nur keine Dummheiten hier“ und würde dann die Erklärung des „Zeltbesuches“ stärken

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