Jemanden für vogelfrei erklären
Jemanden für vogelfrei erklären
Bedeutung der Redensart
Man erklärt jemanden für vogelfrei, wenn man ihm bisher gewährten Schutz entzieht, ihn aus dem Schutz der Gesellschaft ausstößt. Derjenige ist also schutzlos.
Herkunft der Redensart
Diese Redensart ist schon sehr, sehr alt, jedoch wurde sie früher anders verwendet als heute. Noch zu Zeiten Luthers verstand man unter einem Vogelfreien jemanden der frei wie ein Vogel lebt.
Später änderte sich die Bedeutung der Redensart aber stark, so daß Vogelfreier gleichbedeutend mit Rechtloser wurde. Die schwerste Strafe bei unseren Ahnen war die sogenannte Friedloserklärung, die einem Ausstoßen aus der Gemeinschaft gleich kam. Jeder Mensch hatte das Recht einen “Vogelfreien” zu töten ohne Strafen befürchten zu müssen.
Auch der Leichnam war vogelfrei. Das heißt er musste nicht begraben werden, sondern durfte den Vögeln und anderem wilden Tieren zum Fraß überlassen werden.
Die Friedloserklärung wurde mit den folgenden Worten ausgesprochen:
Er ist dem Vogel in der Luft
den wilden Tieren im Walde,
den Fischen im Wasser zum Fraße freigegeben.
Kleine Trivia am Rande
Es gibt eine Ton-Aufnahme des echten Hauptmann von Köpenicks Wilhelm Voigt, dem wohl berühmtesten Vogelfreien nach Robin Hood, die kurz nach der Begnadigung durch den Kaiser aufgenommen wurde und in der er sich mit folgenden Worten bedankt:
Ich danke allen, die an mich gedacht haben. Ich bin jetzt frei – hoffe aber niemals mehr vogelfrei zu werden.
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Für mich bedeutet es aber auch, dass jemand Vogelfrei ist wenn er sich aus einer Gefangenschaft befreit hat oder wurde. Das ist halt nur der Umkehrschluß , Schutzentlassung aus was und aus welcher Richtung auch immer ..
Man kann es aber auch so übersetzen:
Jemand hat keinen Schutz mehr, man zieht die schützende Hand von ihm weg und er ist allein auf sich gestellt. Er ist angreifbar geworden.